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Faszientherapie2018-09-16T11:58:04+00:00

Faszientherapie

zur Entspannung des Körpers

Faszien sind Weichteil-Komponenten des Bindegewebes, die ein den ganzen Körper durchdringendes und umhüllendes Spannungsnetzwerk bilden. Nicht nur Muskeln, Sehnen und Bänder gehören zu diesem faserigen Bindegewebe, sondern auch Gelenk- und Organkapseln sowie Sehnenplatten. Sie ermöglichen als Gleitflächen hohe Beweglichkeit und übertragen Körperspannungen. Faszien werden in drei Schichten unterschieden:

  • Oberflächliche Faszien im Unterhautgewebe. Sie bestehen überwiegend aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe und umschließen auch Organe, Drüsen und neurovaskuläre Leitbahnen. Sie speichern Fett und Wasser und dienen gleichzeitig als Puffer. Zudem verfügen oberflächliche Faszien über eine hohe Viskoelastizität (d.h. sie vereinen die Eigenschaften von Feststoffen und Flüssigkeiten).
  • Tiefe Faszien sind dichte, faserreiche Bindegewebsschichten, die Muskeln, Knochen, Nervenbahnen und Blutgefäße durchdringen und umschließen. Je nach Belastung verdichten sich diese Stränge flächig, als Bänder, Fesseln, Gelenkkapseln oder Muskelsepten (= Bindegewebsschichten, die zwischen zwei Muskeln liegen). Ihr großer Anteil an Kollagenfasern verleiht ihnen eine hohe Zugbelastbarkeit. Tiefe Faszien sind zwar weniger durchblutet, verfügen aber in hohem Maße über sensorische Rezeptoren. Schmerz, Bewegungsänderungen, Druck, Schwingungen, Temperaturen oder Änderungen des chemischen Milieus werden von ihnen registriert. Bei einer Reizung können sie sich zusammenziehen.
  • Viszerale Faszien dienen zur Aufhängung und Einbettung innerer Organe, die sie mit einer doppelten Bindegewebsmembran umschließen.

Faszien umspannen den gesamten Körper, geben ihm Form und Schutz

Faszien verleihen dem Körper seine Struktur und Form, schützen ihn als Puffer und halten ihn mit ihrem sensitiven Netz zusammen. Für die Osteopathie sind Faszien deshalb von besonderem Interesse, weil sie nicht nur den gesamten Bewegungsapparat verbinden, sondern auch mit allen Organen, Nervenbahnen und dem Blutkreislauf verknüpft sind.

Faszien sind ein inneres Sinnesorgan für den gesamten Körper

Faszien sind außerdem sensible Sinnesorgane im gesamten Körper jenseits des Zentralen Nervensystems. Werden tiefe Faszien durch Stress oder andere Wahrnehmungen gereizt, ziehen sie nicht nur sich, sondern auch das umgebende Organ oder den jeweiligen Muskel für eine längere Dauer zusammen. Dies kann zu Verhärtungen, Verklebungen, Fehlhaltungen und Funktionseinschränkungen der Organe, Knochen, Gelenke oder Muskeln führen, die die Faszien umspannen.

Diagnose bezieht Faszien des gesamten Körpers ein, Patient sollte mitwirken

Bei der Faszienanamnese ertastet der Osteopath zunächst die Verspannungen am gesamten Körper und analysiert die dadurch hervorgerufenen Bewegungs- und Funktionseinschränkungen. Ziel der osteopathischen Faszientherapie ist es, die faziale Spannung durch manuelle Techniken zu mindern, um Schmerz- und Bewegungsfreiheit wiederherzustellen. Einige Dehnübungen kann der Patient auch alleine zu Hause wiederholen. Dabei können auch die Faszienrolle oder der Faszienball hilfreich sein. Schließlich ist es wichtig, dass der Patient selbst aktiv Verantwortung für seine Gesundung übernimmt.

Verschiedene Faszientherapien lösen Verspannungen und Verklebungen

Da die Faszien des gesamten Körpers miteinander verbunden sind, können sich Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen auch in anderen Körperregionen bemerkbar machen. Mit manuellen Druck- und Zugtechniken können Verklebungen von Faszien gelöst und so die Zirkulation von Blut und Lymphe angeregt sowie das Nervensystem entlastet werden. Beim Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos werden die Faszien intensiv ausgestrichen, was sehr wirkungsvoll aber auch schmerzhaft sein kann.

Je entspannter der Patient, desto wirksamer die Therapie

Je besser die Konstitution des Patienten in Folge von gesunder Ernährung, Bewegung/Sport und innerer Ausgeglichenheit, desto leichter kann sein Körper die Selbstheilung übernehmen. Da eine solche Basis vor einer Faszientherapie aber nur selten gegeben ist, bedeutet dies, dass die Therapie über manuelle Techniken hinausgehen und auch auf Verhaltensänderungen des Patienten bei Ernährung, Bewegung und Stress einwirken muss. Denn Osteopathie ist eine ganzheitliche Medizin, bei der auch die Faszientherapie auf eine innere Ausgeglichenheit des gesamten Menschen zielt.

Faszientraining zur Stärkung des Bindegewebes

Neben der Regeneration des Fasziensystems können diese elastischen Bindegewebsfasern aber auch gezielt trainiert werden, um gewünschte Eigenschaften des muskulären Bindegewebes zu fördern und so den Bewegungsapparat von Einschränkungen zu befreien.

Kraftvolle Sehnen können Verletzungen vermeiden

Die Mehrheit von Überlastungsschäden und Verspannungen der Motorik ist nicht auf Muskulatur, Knochen oder Bandscheiben zurückzuführen, sondern auf ein Versagen des Bindegewebes im Bewegungsapparat. Beim Faszientraining werden wiederkehrende Belastungsreize langsam gesteigert, um Sehnen und Sehnenplatten zu kräftigen. Dabei bedarf es höherer Belastungsreize, als etwa für das langfristige Wachstum von Muskelfasern. Anders gesagt: Reines Muskeltraining garantiert nicht, dass dabei euch die mit dem Muskel verbundenen Sehnen im erforderlichen Maße wachsen.

Erhöhte Faszienelastizität stärkt die Mobilität

Bei osteopathischem Faszientraining entwickeln diese Bindegewebsfasern aus Kollagen und Elastin allerdings eine überraschende Anpassungsfähigkeit an wiederkehrende Zugbelastungen. Fasziale Strukturen verfestigen sich in die Faserrichtung zur Stabilisierung immer dort, wo sie dauerhaft gefordert werden. Ein trainiertes Fasernetz besitzt eine bidirektionale Wellenstruktur, verliert jedoch bei mangelnder Bewegung durch ungerichtete Verfilzungen und Verklebungen seine Elastizität und Zugfestigkeit. Das Faszientraining der Sehnen kann zudem einen federnden Gang fördern, bei dem höhere Mobilität durch eine geringere Muskelbelastung erreicht wird. Dazu werden die Fibroblasten (= spezielle Bindegewebszellen) angeregt, die im Bindegewebe für die Kollagenproduktion verantwortlich sind.

Trainingselemente der osteopathischen Faszientherapie

  • Federn, Spannen von Sehnen und Faszien der Beine zu einem Katapult
  • Dehnen langer Ketten
  • Spüren des eigenen Körpers
  • Beleben mit einer Faszienrolle

Faszientherapie und Faszientraining nur unter osteopathischer Anleitung

Grundsätzlich sollten Faszientherapie und Faszientraining nur unter Anleitung eines erfahrenen Osteopathen vorgenommen werden. Ziel muss es sein, eine eingeschränkte Mobilität oder Beeinträchtigungen durch Erkrankungen durch eine Entspannung des Fasziengewebes wieder aufzuheben. Faszientraining zu einer sportlichen Leistungssteigerung muss hingegen mit Skepsis begegnet werden, weil eine Steigerung von Belastungsreizen nur aus medizinischen Gründen erfolgen sollte, um den Körper nicht langfristig zu schädigen.